Pressemitteilung zur Berliner Lichterkette für Flüchtlinge

Lichterkette in Berlin ruft auf zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen und zur Bekämpfung der Fluchtursachen

Datum: 18.10.2015, 11:00 Uhr

Lichterkette für Flüchtlinge, Unter den Linden, Berlin

Rund 20.000 Menschen haben nach Schätzung der Organisatoren am gestrigen Abend in Berlin mit einer Lichterkette quer durch ganz Berlin ein Zeichen für Solidarität und für eine Willkommenskultur für die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge gesetzt. Mit der 25 Kilometer langen Lichterkette, die  auf der Berliner West-Ost-Achse von Staaken bis Mahlsdorf verlief, haben sie gemeinsam mit vielen Flüchtlingen zugleich für eine Überwindung und Bekämpfung der Fluchtursachen demonstriert.

Organisiert wurde die Lichterkette von Peter Kranz, einem Berliner Pfarrer im Ruhestand, und dem Ökumenischen Zentrum Berlin. Die Lichterkette unter dem Motto „Flüchtlinge willkommen – Fluchtursachen überwinden“ wurde von einem breiten Aktionsbündnis getragen, bestehend aus den fünf Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus, Gewerkschaften, Menschenrechts- Friedens- und Flüchtlingsorganisationen sowie Bürgerbündnissen.

Die Organisatoren der Lichterkette haben folgende Erwartungen an Politik und Wirtschaft:

Wir erwarten, dass die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft ernsthaft daran gehen, die Ursachen der Fluchtbewegung zu bekämpfen. Die Fluchtursachen sind Kriege, Bürgerkriege, Waffenhandel, Landraub, extreme Armut und der Klimawandel.

Kein Mensch verlässt gerne seine Heimat. Wer aber um Leib und Leben fürchten muss, macht sich auf den Weg. Grenzschließungen und Auffanglager lenken die Flüchtlingsströme auf andere – gefährlichere – Wege um. Kriege und Bürgerkriege müssen beendet, Waffenhandel und Landraub international geächtet werden.

Die Europäische Außenhandelspolitik muss so verändert werden, dass sie die Entwicklungsländer wirklich fördert und nicht behindert. Unsere Klimapolitik muss viel konsequenter und wieder beispielhaft gestaltet werden, so dass der CO2-Ausstoß deutlichgesenkt wird.

Die Ursachen müssen intensiv und nachdrücklich angegangen werden, sonst werden wir das Flüchtlingsproblem nicht lösen können.

Verständnis und Mitgefühl für die oft furchtbaren Schicksale der Flüchtlinge schafft Solidarität. Dies zu fördern ist auch eine öffentliche Aufgabe!

Es gibt große Managementfehler bei der Aufnahme der Flüchtlinge, die korrigiert werden müssen. Die inhumanen Zustände im LAGESO in Berlin-Moabit müssen schnell verbessert und menschenfreundlich gestaltet werden.

Wir wünschen uns, dass die Lichterkette eine mahnende Anregung an die politischen Verantwortlichen ist, ihre „Hausausgaben“ zu machen und bei all den aktuellen Problemen nicht die Menschlichkeit aus den Augen zu verlieren.

 

Ökumenisches Zentrum für Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-Arbeit e. V.
Wilmersdorfer Str. 163
10585 Berlin
Telefon +49 30 3366610
Telefax +49 30 3378142
E-Mail: wilma@oekumenischeszentrum.de

Share Button

Schreibe einen Kommentar